Resteessen und Lebens­mittel­verschwen­dung: Isst das noch jemand?!?

Resteessen und Lebens­mittel­verschwen­dung: Isst das noch jemand?!?

Ein Artikel von Alicia Metz-Kleine

Wer Kinder hat, hat Reste. Resteessen und Lebensmittelverschwendung ist eigentlich in fast jeder Familie ein Problem! Ist das bei dir auch so? Bei uns bleibt fast immer etwas übrig. Manchmal ist es nur ein kleiner Bissen, manchmal mehr. Vor allem bei kleinen Kindern ist das auch ganz normal. Aber was kann man machen, wenn man nicht täglich Lebensmittel wegwerfen will? Eins war von Anfang an klar: die Kinder „müssen“ definitiv nicht ihre Teller leer essen. (Über Druck und Zwang, beziehungsweise Vertrauen und Geduld am Esstisch, kannst du hier mehr lesen.) Auf Dauer ist es aber auch keine Lösung, dass der Mann und ich immer die Reste essen. Was dann? Kreativ werden und leckere Resteessen konzipieren. 

75 kg Lebensmittel landen pro Jahr im Müll

Die Themen Nachhaltigkeit und bewusster Konsum begleiten uns als Familie schon lange im Alltag und auch in der Küche. Wir ernähren uns vegetarisch, kaufen Bio-Lebensmittel und achten beim Einkauf von Obst und Gemüse auch darauf, möglichst verpackungsfrei zu kaufen. Und wir achten eben auch darauf, so wenig Lebensmittel wie möglich wegzuwerfen. Manchmal gar nicht so einfach. Aber selbst, wenn man nicht so viel mit Nachhaltigkeit zu tun, wirft man nicht gerne Lebensmittel weg. Das kostet ja auch einfach Geld. 

Noch ein paar Hintergrund-Infos: 12 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland pro Jahr im Müll. Jedes dritte Lebensmittel. Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht mit 52 Prozent (6,1 Mio. Tonnen) in privaten Haushalten. Jede*r Verbraucher*in wirft etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg.* Das sind echt krasse Zahlen, finde ich.

Das ist übrigens auch ein Grund dafür, dass ich das Thema Resteessen auch mit den Kindern kommuniziere. Sie sollen lernen, dass man Essen nicht einfach leichtfertig in den Müll wirft und dass Lebensmittel etwas Wertvolles sind. Natürlich sprechen wir darüber altersgerecht und so, dass sie es verstehen. 

Das Mindesthaltbarkeitsdatum heißt ja zum Beispiel nur, dass das Lebensmittel mindestens bis zu diesem Datum haltbar ist. Bevor du es wegwirfst, kannst du schauen, ob das wirklich nötig ist. Wie riecht es? Wie schmeckt es? Die meisten Lebensmittel sind viel länger haltbar als wir denken. Ein Joghurt zum Beispiel hält sich auch nach Ablauf den Mindesthaltbarkeitsdatums ungeöffnet bis zu zweit Monate. Ausnahmen sind natürlich Fleisch, Fisch und verschimmelte Lebensmittel. 

Im Handel landet viel im Müll aufgrund von Druckstellen oder Schönheitsfehlern bei Obst und Gemüse – das wird seltener gekauft. Und auch in der Herstellung entstehen viele Lebensmittelabfälle. 

Mit Wochenplänen genau richtig einkaufen + Resteverwertungstricks

Durch unsere Wochenpläne schaffen wir es inzwischen sehr gut, die richtigen Mengen und Lebensmittel einzukaufen, so dass wir wirklich sehr viel weniger wegschmeißen als früher. Wir müssen fast nie etwas entsorgen, weil wir es nicht nutzen oder es schlecht wird. Was mit Kindern trotzdem eine Herausforderung bleibt, sind Reste. Zumindest ist das bei uns so. Inzwischen bin ich dadurch sehr kreativ im Resteessen zubereiten geworden.

Selbstmach-Gerichte eignen sich zum Beispiel super zur Resteverwertung und die stehen bei uns wöchentlich auf dem Plan.

Wir haben inzwischen aber auch noch ein paar andere Resteverwertungstricks gesammelt, die wir immer wieder nutzen, um Resteessen und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Ein paar Beispiele:

  • Altes Brot oder abgeschnittene Brotrinde wird zu Croûtons. Kurz mit etwas Öl in einer Pfanne rösten und salzen. Schmeckt super zu Suppe und Salat.
  • Ein kleines Tellerchen Reis, aufgeschnittene Gurke, 3 Pellkartoffeln… – all das auf den Tisch stellen, mit anderen Zutaten ergänzen und fertig ist eine Selbstmach-Bowl. (Selbstmach-Gerichte siehe oben)
  • Wenn von Reis oder Couscous noch eine größere Portion übrig ist, mache ich daraus am nächsten Tag meistens einen Salat oder nehme es als Grundlage für Bratlinge.
  • Aus Kartoffelbreiresten mache ich auch gerne Bratlinge:  Einfach ein bisschen Karotte und Parmesan dazureiben, kleine Bratlinge formen und in Öl von beiden Seiten anbraten. Dazu gibt es z.B. Pesto-Joghurt und für die Erwachsenen noch gebratene Zwiebeln.
  • Aus einem kleinen Rest Suppe kann man sehr gut noch eine Nudelsauce oder einen Dip machen.
  • Obstreste kommen bei uns meistens ins Porridge oder in Smoothies. Angeknabberte Äpfel oder halb gegessene Bananen schneide ich aber auch manchmal auf und mische sie in den Pfannkuchenteig. 
  • Aus Gemüseresten mache ich gerne einen Auflauf, Bratlinge oder eine Gemüsepfanne mit Tomatensauce. 
  • Wenn noch ein belegtes Brot aus der Brotbox übrig ist, lege ich (noch) eine Scheibe Käse rein und brate es von beiden Seiten kurz in Olivenöl an. Knusprig, käsig und lecker. 
  • Tacos, Pitabrote, herzhafte Pfannkuchen – alles, was man füllen kann, eignet sich auch perfekt zur Resteverwertung. 

Auf einen Blick – so schaffst du es, Resteessen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden:

  • Mit Plan einkaufen und zu große Vorräte verhindern
  • Lebensmittel richtig lagern
  • Nicht blind auf das Mindesthaltbarkeitsdatum vertrauen, immer nochmal selbst probieren
  • Nicht zu große Portionen kochen und auf den Tellern verteilen
  • Die Reste, die doch übrig bleiben, kreativ weiterverarbeiten 🙂 

Resteessen kann echt viel Spaß machen und super lecker sein. Viel Spaß beim Ausprobieren!

*Quelle: Studie des Thünen-Instituts, 2019: „Lebensmittelabfälle in Deutschland: Neue Studie über Höhe der Lebensmittelabfälle nach Sektoren“

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